Samstag, 28. Dezember 2013

Hungerwespe - Evania (appendigaster?) - Aerolito

Aktualisiert: 21.02.2015

Gestern habe ich ein seltsames Insekt gesehen. Insbesondere die pendelnde Bewegungen der Antennen und des Hinterleibs waren auffällig.

video


Der Hinterleib ragte zwischen den Flügeln hinauf.
Es handelt sich um Evania appendigaster (wobei ich mich auf den Artnamen nicht festlegen will, da ich die Angaben zur Bestimmung nicht vollständig habe). Die Flügelmuster stimmen allerdings überein.

Evania appendigaster
Die Art gehört zu den Hungerwespen (Evaniidae).

Evania (appendigaster?)

Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)
Klasse: Insecta (Insekten)
Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)
Unterordnung: Apocrita (Taillenwespen)
Überfamilie: Evanioidea (Hungerwespenartige)
Familie: Evaniidae (Hungerwespen)

Spanisch: Aerolito

Über die Biologie der Hungerwespen ist wenig bekannt. (1)
Für die Gattung Evania sind 64 Arten bekannt. (3)

Beschreibung:
Für die Familie Evaniidae wird folgende Beschreibung1 angegeben:
Körper kurz und gedrungen, charakteristische Erscheinung; Antennen gebogen, mit 11 (selten 8) Flagellomeren (Antennengliedern) bei beiden Geschlechtern; Beine relativ lang; hinterer Flügel mit Jugalfeld durch einen tiefen Einschnitt vom Clavus getrennt; Metasoma relativ klein und eingedrückt, hoch am Propodeum über einen gebogenen, röhrenförmigen Petiolus angesetzt; Ovipositor (Eiablageröhre) kurz und meist verborgen.

Die Flügelmorphologie von Evania appendigaster ist folgende:
Comstock J.H. (1918) The wings of insects. The Comstock Publishing Company, Ithaca, N.Y. (2)
Die Insektenflügel werden zur Bestimmung der Art herangezogen, dabei hilft das sogenannte Comstock-Needham System, ein Benennungssystem der Flügeladerung von Insekten. Weitere Benennungssysteme gibt es.

Verbreitung:
Zur Familie der Evaniidae gehören ca. 14 Gattungen und 400 Arten, die sehr häufig in tropischen Regionen sind. Einige Arten sind kosmopolitisch, leben in Lagerhäusern und anderen Gebäuden mit Schabenpopulationen.1

Reproduktion:
Die adulten Tiere fliegen aus und legen ihre Eier über eine Legeröhre in die Ootheken der Schaben (Dictuoptera: Blattodea), die Larven fressen die dort vorhandenen Schabeneier und verpuppen sich in der Ootheke. In den meisten Beschreibungen sind Evaniidae Räuber.1
Sie sind als Räuber anzusehen, da sie sich von mehreren Eiern ernähren und nicht als Parasit (der Parasit schädigt einen Wirt, tötet den Wirt aber nur in Ausnahmefällen).

Nachfolgend ein Film über die Befruchtung, die Eiablage in den Oozyten einer Schabe und die Entwicklung der Larvenstadien bis zum Schlupf von Evania appendigaster.

 



Referenz:

1 Gouldt H. & Huber J.T. (Eds)(1993): Hymenoptera of the world: An identification guide to families; Canada. ISBN 0-660-14933-8 [en]

Web:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hungerwespen (1) [de]
http://www.drawwing.org/insect/evania-appendigaster-fore-wing (2) [en]
http://eol.org/pages/39095/overview (3) [en]

Dienstag, 3. Dezember 2013

Flug HH - Caracas mit Lufthansa

Aktualisiert: 03.12.2013

Diesmal fand ich einen günstigen Flug mit Lufthansa. Was ich leider beim Kauf des Tickets nicht beachtet habe waren die Angaben für die Koffer. Man darf nur ein Freigepäckstück mit 23kg mitnehmen, und der "Umfang" (Höhe + Breite + Tiefe) darf nur 158cm betragen.
Die Preise nach Südamerika für Koffer 24 bis 32kg (dabei nicht größer als 158cm "Umfang) kostet dann nochmal 100€.
Ist das Gepäckstück größer als 158cm und bis 32kg schwer sind es schon 450€. Zwei Gepäckstücke, wobei eines größer als 158cm ist, macht dann maximal 550€.
Letztlich habe ich es geschafft den großen Koffer bei 23,5kg zu lassen und den kleineren als 1. Zusatzgepäck mit 30 Kg zu beladen: 100€. Das halbe Kilo war Kulanz.

Der Flug sollte um 6:00 Uhr starten, also war ich zwei Stunden vorher da, um 4:00. Die Boardingkarte konnte man sich leicht am Automaten ziehen, aber um das Gepäck aufzugeben, musste man an den Schalter. Der Schalter wurde aber erst um 4:25 Uhr geöffnet - warum bin ich so früh aufgestanden?

Auf den Spuren Alexander von Humboldts in Berlin 14.11.-15.11.2013

Aktualisiert 03.12.2013

Eine Freundin aus dem Studium hat mich im November nach Berlin eingeladen, wir hatten uns über 20 Jahre nicht mehr getroffen.

Auf der Hinfahrt wollte ich das Haus in dem Alexander von Humboldt und sein Bruder Wilhelm aufgewachsen sind und in dem großen Park der darum herum existiert, die Grabstätte sehen. Ich habe es zwar gleich gefunden, aber alle Zugänge waren verschlossen. Führungen gibt es nur im Sommer und dann nur Montags, im Winter ist alles geschlossen, auch wenn der Park öffentlich sein soll. Aber es gab eine größere Baustelle und ich habe nach mehrfachen Suchen keinen Zugang zum Park gefunden. Vielleicht gab es ja doch einen, den ich nur nicht gefunden habe.

Also bin ich dann direkt von dort zu meiner Freundin nach Charlottenburg gefahren.

Am nächsten Tag sind wir in das Museum für Naturkunde (Invalidenstraße 43, 10115 Berlin; Di bis Fr: 9.30 - 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen: 10 - 18 Uhr; Mo geschlossen) gegangen. Wir beide sind Biologen und dadurch war der Besuch noch einmal ganz besonders. Das Gebäude wurde frisch renoviert und die Möglichkeiten die Ausstellungen zu erleben sind modern und vielfältig.

Naturkundemuseum Berlin

Man kann am Eingang ein Gerät mit Kopfhörern ausleihen, welches zu bestimmten Objekten die Erklärungen abgibt.


Kopf des Allosaurus fragilis, wer genau hinsieht, kann den Geifer fließen sehen

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Madrid - Museo Nacional de Ciencias Naturales - Naturkundemuseum 23.10.2013

Aktualisiert 03.12.2013

Vorletzte Woche habe ich Freunde in Madrid besucht. An einem Tag bin ich ins Naturkundemuseum (Museo Nacional de Ciencias Naturales) gegangen.

Das Museum ist in der Nähe der Metrostation "Gregorio Marañón". Von der Metrostation "Moncloa" bin ich mit der Linie 6 zunächst Richtung "Villaverde Alto" gefahren und an der Station "Nuevos Ministerios" ausgestiegen und danach mit der Linie 10 Richtung "Puerta del Sur" eine Station weiter bis zur Station "Gregorio Marañón" gefahren. [Metro-Plan]


Aus- und Eingang zur Metro

Ich kam aus der Metro und ging direkt über die Straße Richtung Museum und fand eine Filiale der Kette "Rodilla" bei der ich günstig frühstücken konnte.

 
"Rodilla"
 
Der Eingang des Museums ist auf der linken Seite des Gebäudes, wenn man von der Calle José Gutiérrez Abascal 2 darauf zu kommt.
Öffnungszeiten:
Montags ist Werktags geschlossen, auch am 1. und 6. Januar, 1. Mai und am 25. Dezember.
Von Dienstag bis Freitag, Sonntags und Feiertags (dann auch Montags) ist von 10:00 bis 17:00 geöffnet.
Samstags und Sonntage vor einem Feiertag ist von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, aber an den Samstagen im Juli und August von 10:00 bis 15:00 Uhr.


Eingang des Museums
 


Der Eintritt kostete 6€ für Erwachsene. Ich konnte kostenlos auch meine Jacke und Tasche in ein Schließfach stecken. Den Schlüssel dafür bekam ich am Schalter beim Bezahlen. Der Schalter schließt eine halbe Stunde vor Schließung des Museums. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt, die meisten Kameras haben aber mit den abgedunkelten Ausstellungsräumen Probleme. Fotos mit Mobiltelefonen erreichen bessere Ergebnisse.

Zurzeit gibt es vier Ausstellungen:
  • Biodiversidad (Biodiversität)
  • Mediterráneo : naturaleza y civilización (Mittelmeer: Natur und Zivilisation)
  • El Real Gabinete de historia natural (eine Nachbildung der ursprünglichen Ausstellung des Museums zur Zeit von Carlos dem III)



Teil der Ausstellung "El Real Gabinete de historia natural"
video

  • Tesoros del Amazonas (war gerade beendet)
  • Moléculas de la Vida: 50 años de Bioquímica y biología Molecular en España (Moleküle des Lebens: 50 Jahre Biochemie und Molekularbiologie in Spanien) vom 2. 09.2013 bis 19.01.2014
Ich habe mir nur die ersten drei angesehen.

Direkt im Empfangsbereich gibt es einen Buchladen (La Tienda del Museo de Ciencias), der außerordentlich gut bestückt ist. Es gibt spanischsprachige und englischsprachige Bücher über Vögel, Ökologie, Humboldt und Dinosaurier, auch einiges über Orchideen und andere Pflanzen. Der Buchhändler mit dem Namen "America", ein Ökologe, war sehr nett und erzählte mir über eine Ausstellung, die über Humboldt und seine Amerikareise in diesem Museum gewesen war. In dem Katalog zu dieser Ausstellung sind viele Abbildungen über die Amerikanische Reise von Humboldt und Bonpland (29.08.1773 - 11.05.1858), die ich zuvor noch nicht gesehen habe.

Zunächst erzählte er mir, dass der Prado zunächst für die naturkundliche Sammlung (seit 1771) des Königs Carlos III (20.01.1716-14.12.1788). gebaut wurde, die Sammlung dann dort aber nie eingezogen ist.

Humboldt (14.09.1769 - 06.05.1859) hatte vor seiner Amerikareise den damaligen König Carlos den IV (11.11.1748 - 20.01.1819) treffen wollen um sich eine Empfehlung und Erlaubnis für den Zutritt in diese Ländereien zu erbeten. Dieser kannte Humboldt nicht, war auch nicht sonderlich an Wissenschaften interessiert und lehnte ab. Die Königin hatte aber gehört, das Humboldt sehr gutaussehend sei und war daher interessiert ihn zu treffen. So erhielt er eine kurze Audienz im Garten und bekam auf Grund seines Charmes die ersehnte Empfehlung.

Humboldt selbst erwähnt die Königin in seinem Band "Die Forschungsreise in den Tropen Amerikas" [Darmstädter Ausgabe II-1, Kapitel 1, Seite 25-26] nicht:
Als ich in Madrid ankam, hatte ich bald Ursache, mich über den Entschluß, die Halbinsel zu besuchen, zu beglückwünschen. Der Baron von Forell, sächsischer Gesandter am Hofe Spaniens, schenkte mir seine Freundschaft, die mir unendlich nützlich wurde. Er vereinigte ausgebreitete Kenntnisse in der Mineralogie mit dem reinsten Interesse für Unternehmungen, die geeignet sind, die Erweiterung unserer Kenntnisse zu fördern. Er ließ mich ahnen, daß ich unter der Administration eines aufgeklärten Ministers, des Chevalier Don Mariano Luis de Urquijo, hoffen könnte, die Erlaubnis zu erhalten, auf meine Rechnung das Innere des spanischen Amerikas zu bereisen.
Nach allen Widerwärtigkeiten, die ich erfahren hatte, zauderte ich keinen Augenblick, diese Idee zu verfolgen.


Montag, 14. Oktober 2013

Maiquetía - Lissabon - München - Hamburg: Flughafenkontrolle 4.10.2013

Aktualisiert: 14.10.2013

Ich hatte mir schon gedacht, dass die Kontrolle am Flughafen diesmal etwas intensiver werden würde. Eine Woche vor meinem Abflug nach Deutschland hatte die französische Polizei in einem Passagierflugzeug von Air France 1,5 Tonnen Drogen gefunden, es kam aus Caracas.

So wurden die Passagiere gebeten doch schon vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Ich war um 12:00  (Abflug sollte um 16:da, habe noch in Ruhe gegessen und mich dann in die erste Schlange gestellt.

Zum Glück waren die Schlangen schon nach Fluglinie getrennt und die Schalter der Fluglinie waren auch schon geöffnet.

Schon vor Erreichen des Schalters von TAP wurden alle Gepäckstücke incl. Handgepäck gescannt (1). Danach gab es gleich den ersten Tisch zum Auspacken. Ich wurde gebeten den großen silbernen Koffer zu öffnen. Es standen zwar einige Soldaten und weitere Angestellte herum, aber ich musste den riesigen Koffer selbst auf den Tisch wuchten. Nach der Durchsuchung deutete ich auf den roten Koffer, aber den wollte dieser Kontrolleur nicht sehen.

Die nächste Schlange führte zum TAP-Schalter an dem ich beide großen Koffer aufgab und die Boarding-Karte bekam.

Danach ging es wieder zurück in die nächste Schlange, die in den Kontrollbereich für das Handgepäck führte. Als ich direkt an der Eingangsschranke zur Kontrolle der Boarding-Karte stand, wurde dieser Eingang erst einmal geschlossen, da die Handgepäckkontrolle überfüllt war.

Beim Warten fiel mir auf, das mehrere Passagiere Formulare ausfüllten. Mir hatte man aber am TAP-Schalter vergessen das dafür nötige Formular (Ausreiseformular) zu geben. Also bin ich schnell wieder an die Kontrolle vor der Schlange am TAP-Schalter gelaufen, musste nun zum zweiten Mal mein Handgepäck durch den Scanner (2)schicken. Ich bekam am Schalter das Formular und kämpfte mich durch die Menschenmenge wieder zurück an den Eingang zur Handgepäckkontrolle. Dort war immer noch geschlossen. Zum Glück erkannten mich meine Mitreisenden und ich musste nicht wieder hinten in die Schlange.

Als wir in den Kontrollbereich für das Handgepäck kamen, schlängelte sich auch dort wieder eine sehr lange Schlange. Ich packte sofort den Laptop aus, aber nein hier wollte man ihn gar nicht sehen. Ach ja, das Handgepäck wurde gescannt (3).

Danach gab es die Schlange zur Passkontrolle. Ich hatte ein Reiseersatzpapier von der Botschaft (Pass verloren), also musste mal eben der Chef gefragt werden. Letztlich war das aber kein Problem.

Es war so viel Zeit vergangen, dass ich nur kurz Schokolade kaufte und dann gleich zum Gate 26 ging, also am Ende des Terminals.

Dort glaubte ich nicht mehr an einen pünktlichen Abflug. Ich hätte nur 40 Minuten Zeit in Lissabon gehabt um in das nächste Flugzeug nach Deutschland zu steigen, aber mir war schon am Vortag klar, das dies wohl nicht klappen würde.

Das Personal von TAP war für das Boarding schon anwesend, aber es wurde wohl noch das Flugzeug durchsucht, denn ich sah einige Soldaten die Gangway hinunter laufen. Ich vertrieb mir die Zeit mit telefonieren, als ich bemerkte, das einige Passagiere mit einer Warnweste ausgestattet wurden und weggeführt wurden.

Nach einer halben Stunde merkte ich das mein Name falsch ausgesprochen ausgerufen wurde. Mir wurde gesagt, das meine Koffer nochmal durchsucht werden würden und meine Anwesenheit benötigt wurde. Mein Handgepäck könne ich ja am Gate stehen lassen. Das wollte ich nicht (unbeaufsichtigt) und habe es dann mitgenommen ("Ach, sie reisen allein").

Eine ältere französische Passagierin musste mit mir zusammen zu den Koffern gehen. Von einer "Offiziellen" ging es eine Treppe hinunter, eine Warnweste musste für mich noch gesucht werden. Und am Ende der Treppe wurde mein Handgepäck nochmal gescannt (4) und wir wurden in eine Liste eingetragen. Die Französin erzählte jedem sehr laut, ob er es hören wollte oder nicht, dass sie 10 Männer gehabt hätte und daher auch 10 Häuser hätte, auf Margarita leben würde und ein Medium sei, mit Chakren arbeiten würde, aber in medizinischer Hinsicht. Ihr hat es wohl nicht geholfen, denn sie litt unter Nierensteinen und war auf dem Weg nach Frankreich um sich dort operieren zu lassen. Dann wurden wir noch lauthals davon informiert, dass sie nur noch Sex mit jüngeren Männern hätte und keine Beziehungen mehr führen wolle, bei denen sie kocht oder mit dem Mann zusammen lebt. Ab diesem Zeitpunkt dachte ich, ich bin in einem Film.

Wir mussten nun nahe des Rollfeldes, ganz unten bei Hitze ungefähr einen halben Kilometer bis zur Kontrollstelle der Koffer laufen. Wir mussten langsam laufen, da der Französin die Nieren weh taten.
Wir kamen an den geparkten Flugzeugen vorbei und schließlich landeten wir an einem Bereich mit einem Förderband auf dem Koffer nach unten befördert werden konnte um auf die kleinen Anhänger geladen zu werden, die dann in die Flugzeuge gepackt wurden. Dort war ein langer Tisch aufgebaut, mein roter Koffer stand im Hintergrund, aber vor uns waren noch zwei andere Passagiere dran. Ein Hund war angebunden und es lungerten eine Menge Flughafenangestellte und Soldaten in der Nähe herum. An dem Tisch stand ein Uniformierter, der mit einem schweizer Offiziersmesser an einem sehr dick mit Blasenfolie umhüllten Verpackung herumsäbelte. Der Schweiß lief ihm vom runden Gesicht. Ein ältere Dame stand vor ihm, es war ihr Koffer. Er kämpfte mit der Folie und fand nach langem Säbeln und Reißen ein Glas "CheeWeez" (Schmierkäse im Glas, Cheddar-Art).

Nachdem noch ein weiterer Mann aus der vor uns angekommenen Gruppe kontrolliert wurde, waren wir dran, d. h. zunächst die Französin, die wieder von ihren Männern und ihrer Arbeit als Medium erzählte. Aber auch bei ihr wurde nichts gefunden.

Dann wurde mein roter Koffer geholt. Ich hatte in Gefrierdosen, die mit Clips hermetisch abgedichtet werden konnten Marmeladengläser, Bocadillos de Guava (Guavenpaste), Süßigkeiten und zwei Beutel "Chicha" (Pulver mit dem man etwas ähnliches wie einen Milchshake auf Reisbasis machen kann) eingepackt. Diese Chicha war es, die er sehen wollte. Ich bot ihm an, er könne die Beutel ruhig aufschneiden ich hätte durchsichtige ZipLoc-Beutel dabei, aber es roch so stark nach der Chicha, das er darauf verzichtete und dann in seine Liste "Chicha" vermerkte. Ich musste noch unterschreiben und dann durften wird wieder zurücklaufen. Es war aber extrem heiß und mir lief auch langsam der Schweiß das Gesicht herunter.

Wir kamen wieder zu dem Kontrollpunkt an der Treppe, wurden aus dieser Liste dort ausgetragen und man glaubt es nicht, mein Handgepäck wurde gescannt (5). Die Treppe hoch und ich stand wieder am Gate, inzwischen hatten wir schon zwei Stunden Verspätung. Ich fand einen Sitzplatz und sah, wie weitere zwei Personen mit Warnwesten ausgestattet wurden und nach unten geführt wurden.

Nachdem wir bei drei Stunden Verspätung angekommen waren, begann das Boarding. Zunächst wurden allein reisende Damen aufgerufen und wir bildeten eine Schlange, daneben eine Schlange aus Männern. Direkt vor mir stand ein junger Transvestit, alles schick und operiert, sah wie eine Frau aus und war sehr nett. Sie machte sich schon Sorgen.
Es ging langsam die Gangway entlang, unsere Schlange wurde von einer Frau abgetastet, die Männer von einem Mann. Als die/der Transvestit nun an der Reihe war, schreckte die Kontrolleurin zurück, ging einen Schritt zurück, sah in den Pass und wies in die Richtung des Kontrolleurs, der dann aber auch ablehnte sie abzutasten. Dann sollte sie sich an die Seite stellen und warten. Die beiden "Abtaster" waren absolut überfordert, der Transvestit zu Recht sauer und fragte, was das denn nun solle, ob er nicht wie alle anderen auch, kontrolliert würde. Sie blieb an der Seite stehen und ich wurde abgetastet.

Dann kam ich um die Ecke und es war ein Tisch aufgebaut. Ich sollte mein Handgepäck auspacken (6). Ab dem Zeitpunkt war ich langsam sauer, habe angefangen, aber auch alles auf den Tisch auszubreiten. Laptop, alle Kabel, Wechselklamotten incl. Unterhosen, Beutel mit Zahnpasta etc. Die Kamera sollte ich dann doch nicht mehr auspacken und wieder alles einpacken.

Mit drei Stunden Verspätung sind wir dann losgeflogen.

In Lissabon haben wir uns dann in die nächste Schlange gestellt. Wir bekamen ein oder zwei Telefonkarten um die Familie anzurufen und eine neue Boarding-Karte für den Weiterflug. Für mich hatten sie einen schönen großen Zettel. Darauf stand, dass ich zunächst nach München fliegen müsste und danach erst nach Hamburg, Aufenthalt in Lissabon drei Stunden. Ankunft in Hamburg abends um 21:00 Uhr, statt 11:00 Uhr vormittags.

Danach in die Passkontrolle, ach und wieder in die Handgepäckkontrolle (7). Da wir ja so lange in der Schlange gestanden hatten, war da nicht viel los und ich bat um Verständnis und fragte erst einmal ob sie den Laptop sehen wollten - natürlich. Hier wurde ich dann zum ersten Mal nach dem Beutel mit den Flüssigkeiten gefragt! Also wieder alles ausgepackt.
An der Information bekam ich dann die beiden neuen Boarding-Karten.

Der Flug nach München startete mit Verspätung. Langsam macht ich mir Gedanken, ob wohl meine großen Koffer das ganze Hin und Her überstanden hätten und auch mit mir im Flugzeug landen würden und vor Allem dann auch den Weg in das Flugzeug nach Hamburg finden würden.

In München gab es noch eineinhalb Stunden Aufenthalt, so machte die Verspätung nicht viel aus.

In Hamburg angekommen musste ich allerdings etwas länger warten, bis sie dann doch auf dem Laufband lagen, die beiden großen Koffer. Allerdings interessierte sich niemand dafür, ob es auch meine Koffer waren, ich konnte ohne Kontrolle den Flughafen verlassen.

Samstag, 28. September 2013

Kreuzung von Hauskatze mit wilder Felidae?

Aktualisiert: 21.02.2015

Gestern Abend (27.08.2013) haben die Hunde so lange gebellt, bis ich auf die Straße runtergesehen habe. Die Straße ist eine Sackgasse und endet im Dunkeln am Fluss.
Auf dem kleinen Bürgersteig sah ich eine riesige Katze, so groß wie ein mittelgroßer Hund, ich schätze die Körperlänge auf 60-70cm. Es war nicht einfach eine übergewichtige Katze, nein der gesamte Körperbau war viel größer, das Fell sehr dicht.
Sie war dunkel gefärbt und bei längerem Beobachten sah ich einige dunkel durchschimmernde Flecken, der Schwanz war buschig und nicht sehr lang, der Körper stämmig und der Kopf rund. Das Tier war selbstbewusst und ging langsam, blieb auch mal stehen und sah mich an.

Ein Foto konnte ich nicht machen.
Die junge Nachbarskatze saß etwas weiter entfernt auf der Straße, die von mir beobachtete Katze war enorm groß.

Prinzipiell kann es Kreuzungen von wilden Felidae-Arten mit Hauskatzen (Felis silvestris catus) geben. Da der Nationalpark Henri Pittier nicht weit entfernt ist, kann ich mir das vorstellen. Auch habe ich vor 15 Jahren in Maracay gesehen, wie Privatleute einen wilden Margay (Leopardus [Felis] wiedii) auf der Terrasse gehalten haben.

Folgende Arten kommen prinzipiell in Venezuela vor:

Ozelot (Leopardus [Felis] pardalis)
Margay (Leopardus [Felis] wiedii)
Tigerkatze (Leopardus [Felis] tigrinus)
Jaguar (Panthera onca)
Puma (Puma [Felis] concolor)
Wieselkatze oder Jaguarundi (Puma [Herpailurus, Felis] yagouraundi)

Diese Felidae unterscheiden sich folgendermaßen:

Latein
Körperlänge (cm) Schwanzlänge (cm) Gewicht (kg) Besonderheit
Puma concolor
105-19565-8035-105Einfarbig, groß
Panthera onca110-18545-7555-11568-75cm Schulterhöhe
Leopardus pardalis65-9727-4011-16 
Herpailurus yaguarundi55-9733-605-10Einfarbig, klein, jedoch größer als Hauskatze
Leopardus wiedii45-7035-504-9Längster Schwanz
Leopardus trigrinus40-5525-402-3,5Kleiner als Hauskatze

Der Puma (Puma concolor) fällt aufgrund seiner Verbreitung, die im südlichen Venezuela liegt, heraus.

Welche Hybride mit einer Hauskatze wären prinzipiell möglich?
Diese Seite gibt folgende mögliche Verbindungen an:

Margay (Leopardus wiedii) x Hauskatze = "Bristol" genannt.
Ozelot (Leopardus pardalis) x Hauskatze = "Tilaran" genannt.

Bei der Bildersuche in Google habe ich auch eine Kreuzung aus Ozelot x Puma und Leopard x Puma gefunden.

Wikipedia hat eine Übersicht aller Felidae und ihrer Hybride erstellt:



Da der Margay kleiner als die Hauskatze ist, kann ich mir eher eine Kreuzung zwischen Ozelot und Hauskatze vorstellen. Allerdings habe ich nur gefleckte Tiere als Kreuzungen gesehen, das Tier was ich gesehen habe, war aber sehr dunkel gefärbt, Flecken waren nur als Schimmer zu sehen.

Dienstag, 17. September 2013

Caracas 12.09.-14.09.2013 Visumsangelegenheiten und Ladekabel (2/3)

Aktualisiert 03.10.2013

Das Visum nach der Rückkehr von Aruba war nun nach drei Monaten abgelaufen. Ich hatte es immer so verstanden, und so wurde es auch letztes Jahr gemacht, dass ich jeweils nach einem Auslandsaufenthalt es sich für drei Monate automatisch verlängert und ich danach wieder für 3 Monate das Visum verlängern kann. Aber Überraschung, das soll nun nur noch einmal im Jahr möglich sein, auch wenn es letztes Jahr noch ging. Vielleicht hing es damit zusammen, das an dem Tag als ich in der SAIME in Coche war, auch die Chefin anwesend war. Ich hatte allerdings die Visumsgebühren von 535 BsF. schon überwiesen und eine Kopie davon gemacht (braucht man). Nachdem ich ja nun die Erfahrung gemacht habe, dass man das Visum nicht eine Woche vorher verlängern kann, kam ich also wie gewünscht einen Tag vor dem Ablauf des Visums in die SAIME. Und letztendlich bekam ich den Tipp, doch eben nach Kolumbien über die Grenze zu fahren (dauert aber auch mindestens 8 Stunden im Nachtbus und im Moment sind kaum Plätze zu finden, da Ferienende ist und ab Montag die Kinder wieder in die Schule müssen). Nachdem ich mich schon nach Caracas mit einer dicken Grippe und elenden Husten geschleppt habe, bin ich mit einem doofen Gefühl nun also illegal im Land. Wie so viele Andere, wurde mir von allen Seiten versichert. Es fehlen nur drei Wochen, bis ich nach Deutschland fliege. Ich hoffe in der nächsten Woche fühle ich mich etwas besser, dann kann man das vielleicht noch erledigen, mal sehen. Das schon überwiesene Geld für das Visum kann ich wohl per Nachweis im nächsten Jahr nochmal verwenden. Früher soll das angeblich nicht möglich gewesen sein.

 

 


 

Hotel Altamira
Untergekommen bin ich wie schon früher im Hotel Altamira (Av. Jose Félix Sosa, Cerca de la Torre Británica, Altamira, Caracas). Inzwischen kostet das Einzelzimmer (Matrimonial) 550 BsF. Man sollte gleich beim Einchecken nach einer Fernbedienung für den Fernseher fragen, die sind knapp und wer zu spät fragt, darf mit hoch ausgestrecktem Arm die Kanäle wechseln, da der Fernseher wie in vielen einfachen Hotels üblich in der oberen Ecke des Zimmers angeschraubt ist. Für die Fernbedienung zahlt man 50 BsF. Pfand, die man wieder zurückbekommt. Diesmal habe ich Zimmer 607 und die Dusche ist noch kleiner als sonst; der Badevorhang klebt einem beim Duschen am Körper, also lasse ich ihn offen und das Bad steht eben unter Wasser. Heißwasser gibt es, ich weiß aber nie welcher der beiden Hähne Kalt- oder Heißwasser ist.

Nachdem das mit dem Visum nicht geklappt hat, habe ich am gleichen Tag noch versucht ein Ladekabel für den Laptop zu besorgen. Den Laden (Celsys), den ich im Internet rausgesucht habe war nur zwei Metrostationen von Altamira entfernt in Dos Caminos (Av. Sucre con Segunda transversal de Los Dos Caminos, anexo a galpón de Seguros Banesco), aber kein Taxifahrer war bereit mich dort hinzufahren. Zuviel Stau. Es war aber schon nach 16:00 und der Laden macht um 17:00 zu. Also rein in die Metro, kurz nochmal fragen, ob die Richtung auch stimmt. Beide Endstationen fangen mit dem Buchstaben P an, daher verwechsle ich die Richtungen dauernd. Die Endstationen heißen Palo Verde und Propatria. Da vor Palo Verde die Station Petare kommt (ein Virtel mit hoher Kriminalität) und Palo Verde übersetzt grüner Stock heißt, versuche ich mir die Eselsbrücke zu merken, das es Stockhiebe in Richtung Petare gibt. Also in der Metro ein neues Spiel, die Metro ist voll und die Türen gehen auf und zu und auf und zu und auf und zu, bis es endlich losgeht.

In Dos Caminos angekommen, habe ich mal wieder die Orientierung verloren. Jede Metrostation hat mehrere Ausgänge, wo und in welche Richtung ich wieder das Licht der Erde erblicke ist mir jedes Mal sehr fremd. Nach einigem Fragen rannte ich fast los, musste aber bergauf, erkannte dann den Anbau der Banco Banesco und trat in einen kleinen, ca. 10-15qm großen Raum. Gerade noch rechtzeitig. Ich konnte dann durch eine Luke beschreiben, was für ein Ladekabel ich brauchte, und dass ich gern (da nur noch 48% Akkuladung) beide Kabel angeschlossen haben wollte um schnell umstecken zu können. Das neue Kabel lädt jetzt den Laptop. Der Rechner meckert immer noch und meint nur ein 90 Watt Ladekabel erkannt zu haben. Auch wenn man mir versicherte, mir für 750 BsF. ein 130W Kabel verkauft zu haben. Na wenigstens wird das Akku nun geladen. In Deutschland besorge ich mir dann zwei Originalladekabel, zur Sicherheit (plus Ersatzakku, man weiß ja nie).

Das Café Ciel (Avenida Luis Roche, local 3 edificio Elena PB, Urb. Altamira, Caracas) gibt es noch, dort habe ich am Freitag gefrühstückt (Samstag war geschlossen).


Heute (13.09) hat es unheimlich geregnet und dann haben sie aufgrund Stromschwankungen mehrfach den Aufzug abgestellt. Zum Glück jedes mal dann, wenn ich runterlaufen konnte, ich musste nie in den sechsten Stock hochlaufen.
Nachdem ich noch mit viel Glück für Samstag den 14.09 ein Ticket zurück nach Maracay ergattern konnte (allerdings Abfahrt erst um 15:00, d. h. Ankunft in Maracay erst um 18:30, da wird es dann schwierig ein Taxi nach Mariara zu finden).
Später am Tag habe ich versucht ein botanisches Fachbuch zu besorgen. Es ist erst 2010 erschienen und von der UVB veröffentlicht worden. Es gab immer Fachleute, die mit Hilfe von wissenschaftlichen Vereinigungen Fachbücher über Meeresfische, Pflanzen, Rote Listen herausgegeben haben (siehe meine Bücherliste). Aber in den letzten Jahren haben viele Buchläden wie z.B. Macondo in Chacaito geschlossen.

Der Boulevard von Sabana Grande mit Bronzeskulpturen

Es bleiben:
TechniCiencias: der beste soll in C.C. Sambil in Altamira sein, hier habe ich oft gute Bücher gefunden.
C.C. Sambil, Altamira


Nacho: nicht so viel über Biologie (fast überall dort wo es auch Techniciencia gibt)
Liberia el mundo del libro ( 2da. Calle del Boulevard de Sabana Grande, entre Boulevard y la Av. Casanova, Local G-1, Sabana Grande, Caracas): hatte Potenzial, aber ich fand dort nichts.
Liberia coliseo (Boulevard de Sabana Grande, Caracas): nichts mit Biologie, nur Bestseller und Schulbücher
La Fogata del Pollo

Abends bin ich in die Fogata de Pollo (1era Avenida Sur Altamira - Altamira - Caracas) gegangen, das Essen ist einfach, aber sehr gut. Da es auch in der Nähe des Hotels liegt, kann man die 50 Meter auch gehen.
 

Am Samstag bin ich zuerst frühstücken gegangen. Da das Café Ciel geschlossen hatte, habe ich eben in der daneben liegenden Bäckerei Kaffee getrunken. Danach bin ich mit einigen alten Büchern zur Banco de Libros in Altamira (Avenida Luis Roche; Urbanización Altamira Sur; Caracas) gelaufen um einige alte Bücher zu spenden. Da überall geschlossen dran stand, wollte ich schon wieder gehen, als einige Arbeiter mich stoppten und sagten, hinten in der Ecke sei jemand. Ich konnte meine Bücher also da lassen.

Gleich neben der Banco de Libros gibt es einen Souvenirshop. Ich stehe ja nicht so auf Souvenirs, aber Venezuela hat in der Hinsicht auch sehr schöne Holzartikel aus Caoba = Amerikanisches Mahagoni (Swietenia macrophylla). Ich habe eine schöne Tasche aus Morichefasern (Mauritia flexuosa) gefunden.


Schnitzereien aus Caoba


Tasche aus Morichefasern

Danach habe ich nochmal versucht die Libería Alejandra zu finden, bin mit dem Taxi ins C.C. Las Mercedes gefahren, aber die habe dort zwar viele Kunstbände und Romane, aber nichts über Biologie.
Also bin ich von dort zu Fuß nach Chacaito gelaufen und dort in einem Kaufhaus bis kurz vor Auscheckzeit im Hotel rumgeschlendert. Es wurde knapp, ab 13:00 Uhr muss man aus dem Zimmern, kann das Gepäck aber danach noch unterstellen. Wer verspätet kommt, der darf einen Tag mehr bezahlen. Ich kam zwar etwas zu spät, aber zum Glück hat niemand auf Nachzahlung bestanden.

Eine Rückfahrt nach Maracay mit Aeroexpreso Ejecutivo habe ich nur noch für 3:00 Nachmittags bekommen und dann gab es aus unerfindlichen Gründen für fast alle Busse nochmal eine Verspätung (selten bei dieser Linie). Als ich in Maracay ankam, war es 19:00 Uhr und es gab keine Taxis mehr. Aber zum Glück hat mich meine Nachbarin abholen können. Fast jeder in Venezuela wird in seiner Freizeit zum Taxifahrer und verdient sich damit was nebenbei. Wichtig ist, das man die Personen gut kennt.
Die nächste Reise also Richtung Kolumbien?

Update: Eine Ausreise nach Kolumbien nach Aufenthalt von 180 Tagen pro Jahr bedeutet, dass keine erneute Einreise nach Venezuela gewährt wird!

Samstag, 7. September 2013

Glattschnabelani - Crotophaga ani - Garrapatero común (1/2) in Mariara

Aktualisiert: 20.01.2014

Nicht scheu und auffallend redselig (siehe unten die Audioaufnahme unter Stimme) hat sich heute (14.08.2013) eine Gruppe Glattschnabelanis in der Bougainvilla (Bougainvillea spectabilis var. variegata.) vor dem Haus breit gemacht.


Gruppe Glattschnabelanis (Crotophaga ani)

Der spanische Name "Garrapatero común" bedeutet "Allgemeiner Zeckenfresser" und weist auf die insektivore (ernährt sich von Insekten) Ernährungsweise hin.2

Auch Alexander von Humboldt beobachtete sie (hier in den Llanos):
[Darmstädter Ausgabe, Band II-2, Kapitel 17, S. 158]
Es begegneten uns zahlreiche Viehherden und in ihrem Gefolge Schwärme von schwarzen, grünlich
schimmernden Vögeln, die der Gattung Crotophaga angehören. Wir haben sie öfters auf dem
Rücken der Kühe sitzen sehen, wo sie Bremsen und andere Insekten suchen.
Gleich mehreren Vögeln dieser Einöden scheuen sie die Nähe der Menschen so wenig, dass die Kinder sie zuweilen mit der Hand fangen. In den Tälern von Aragua, wo sie in Menge vorkommen, setzten sie sich auf unsere Hängematten, während wir am hellen Tag darin ruhten.


Ich muss allerdings hinzufügen, das es mehrere Arten der Gattung Crotophaga in Venezuela gibt, Crotophaga major (metallisch bronze-grün, gelbe, fast weiße Iris!), Crotophaga sulcirostris und den hier beschriebenen Crotophaga ani. Restall6 gibt auf Seite 196 einen Vergleich zwischen den Schnäbeln aller drei Arten an. Bei Crotophaga major hört der First des Oberschnabels noch vor Ende auf und ist damit abgesetzt, der Schnabel führt weiter nach vorn ohne First weiter; die Schnäbel von Crotophaga ani sind kompakter und kürzer als die von Crotophaga sulcirostris, dessen First am geringsten ausfällt und dessen Schnabel länger ausgezogen ist.
Ansonsten unterscheiden sich alle drei Arten durch ihre Stimmgebung.
Crotophaga ani ist die am wenigsten spezialisierte und die häufigste Art der Gattung in Venezuela.4

Es folgt der Steckbrief:

Dienstag, 3. September 2013

Abenteuer Ersatzteilsuche für Dell Laptop in Venezuela (1/3) UPDATE

Aktualisiert: 03.12.2013 UPDATE

Mir ist das Ladekabel (AC Adapter) meines Laptops am Sonntag durchgebrannt, es stank nach Chemie und der von mir benutzte Geräteschutz (Protector) ist auch gleich mit durchgebrannt. Panik! Die ersten Recherchen im Internet nach einem neuen Kabel habe ich also auf Akkuleistung machen können.
Sucht man im Internet, bekommt man auf den Seiten "Mercado Libre" einige Angebote, die allerdings nie den Kaufort angeben und nur wenige Angaben zum Kabel machen.
Es blieben mir 57% Ladung. Ich bin also am Montag nach Maracay gefahren, habe dort die Einkaufszentren durchstöbert, bin bis Palo Negro gefahren, aber ich benötige ein 130Watt (Input: 100-240V 50-60 HZ 2,3A Output: 19,5V 6,7A) Ladekabel von Dell.

130Watt Ladekabel Dell

Freitag, 30. August 2013

San Felix, die Schwester von Puerto Ordaz - Parque Cachamay

Aktualisiert: 30.08.2013

19.08-27.08.2013
Es ist Urlaubszeit in Venezuela und da muss man flexibel sein. Die Freundin, die ich in Onoto besucht habe lebt eigentlich meist in San Felix und hat mich eingeladen.

San Felix gehört zur Ciudad Guyana und diese Ciudad Guayana besteht aus Puerto Ordaz und San Felix im Bundesstaat Bolivar. Puerto Ordaz ist die große, moderne Industriestadt mit vielen modernen Einkaufszentren einer Bauxit-Industrie und modernem Flughafen. Ciudad Guayana wurde erst 1961 gegründet, das alte San Felix und die neue Stadt Puerto Ordaz zusammengeführt und modernisiert. Neuere Stadtgebiete sind so geplant, dass sie jeweils ihre Infrastruktur mit medizinischer Versorgung, Hauptplatz etc., besitzen.

San Felix ist die kleine ärmere Schwester, weniger Industrie, weniger Geld, größere Probleme. Sie ist aber auch der Standort für die Stadtverwaltung der Ciudad Guayana.
 
Parque Cachamay Panorama

Montag, 15. Juli 2013

Heliamphora nutans - eine karnivore Pflanze auf Roraima

Aktualisiert: 21.02.2015

In den Statistiken zu diesem Blog habe ich vermehrt das Suchwort "Heliamphora nutans" gesehen. Ich habe ja einige Fotos dazu unter den Berichten zur Besteigung vom Roraima veröffentlicht. Also habe ich mich auf die Suche nach den Informationen für einen Steckbrief gemacht und festgestellt, dass es nicht allzuviel über diese karnivore Pflanze im Freiland zu finden gibt. Sie ist endemisch auf Roraima, aber doch seit mindestens Anfang der 80er Jahre in einigen Haltungen der Welt vorhanden (siehe die Tips zur Haltung der Gattung bei der International Carnivorous Plant Society [en]). Die frühen Besteiger haben sich auf Roraima bedient und Pflanzen entnommen. Die Art ist sehr schwer zu halten und da sie nur auf Roraima vorkommt bitte ich dringend, zwar Fotos zu machen, sie aber nicht anzufassen oder gar aus dem Boden zu reißen! Erstaunlich ist, dass sie weder bei der IUCN, noch in den roten Listen oder durch die CITES-Abkommen geschützt ist. Für Roraima als Nationalpark gilt per Gesetz, dass nichts von dort entnommen werden darf. IMPARQUES überprüft nach Rückkehr der Besteiger des Roraimas daher deren Gepäck!



Heliamphora nutans
Heliamphora nutans mehrere Einzelpflanzen
Es folgt der Steckbrief.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Onoto - Anzoategui 03.07.- 07.07.2013

Aktualisiert: 12.07.2013

Schon lange wollte ich eine Freundin besuchen, die zwischen Maturín, San Felix und Onoto pendelt. Sie lud mich schließlich nach Onoto (Bundesland Anzoategui) ein, zu einer Hochzeit einer Nichte. In Venezuela gibt es mehrere Orte die Onoto heißen. Humboldt berichtet z.B. von einem Onoto zwischen Maracay und Tumero.

Hinfahrt

Ich fuhr von Valencia mit "Rodovias" nach Puerto Piritú. Es war wieder eine Busfahrt über Nacht, nicht so sehr bequem (147,40 BsF). Im Internet fand ich keine Angaben darüber das diese Buslinie überhaupt nach Puerto Piritú fährt, aber direkt im Terminal angekommen konnte ich diesen Transport buchen. Man kann 15 Tage vor dem Abreisetermin buchen, 30kg Gepäck (1 Stück) mitnehmen. Der Ticketschalter ist von 5:30 am Morgen bis 9:30 am Abend geöffnet. Die Busse sind nicht ganz so modern wie diejenigen von Aeroejecutivo Express und es wurde kein Film gezeigt.

Terminal Valencia Rodovia

Man ließ mich aber nicht am Terminal von Puerto Piritú aussteigen, sondern an einer Kreuzung, die Tejar heißt. Von dort fahren die "Collectivos" oder "Carritos" nach Onoto. Da ich aber um vier Uhr morgends dort ankam, ließ ich mich zunächst bis zum Busterminal von Puerto Piritú fahren (Taxi; 30 BsF.). Dort gibt es eine Toilette und es ist etwas sicherer. Als ich um ca. sechs Uhr wieder zur Kreuzung Tejar fahren wollte, waren die Taxifahrer am Busterminal sehr unwillig. Sie boten mir an mich mit ihrem Taxi nach Onoto zu bringen und lehnten es ab die kurze Strecke nach Tejar zu fahren. So bin ich bis zur nächsten Straße gelaufen und habe mir dort ein Taxi nach Tejar gesucht (20 BsF.) Dort angekommen, dauerte es noch eine Weile, bis der dortige Fahrer des "Collectivos" alle Passagiere Richtung Onoto beisammen hatten (Tejar nach Onoto 40 BsF).

Gegenüber der Abfahrtstelle gab es einen kleinen Laden aus Holz. Mir gefiel der Spruch, der dort angebracht war: "Coco frío - Sin coco no hay paraíso" = "Kalte Kokosnuss - ohne Kokosnuss gibt es kein Paradies".



Wir fuhren los. Die Strecke hatte Abschnitte wo die Straße gerade frisch repariert war, aber die restlichen 80% der Strecke waren mit Löchern in der Größe von Kratern versehen. Das führte dazu, dass der Fahrer im Zickzack alle Löcher umfuhr. Der Gegenverkehr machte das genauso. Die Fahrer sind das allerdings gewöhnt und so schonten sie die Autos so gut es ging. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden bis wir in Onoto ankamen.

Meine Freundin hatte mir per SMS die genaue Adresse angegeben, aber der Fahrer fuhr irgendwie Richtung links und nochmal rechts, links, ohne genau zu wissen wohin er fährt. Schlussendlich ließ er mich an einem riesigen Wassertank raus; ich fragte noch, ob das jetzt die Haltestelle sei und er meinte nur ich solle doch die nächsten Passanten fragen, gab mir mein Gepäck, drehte den Wagen und fuhr weg.

Ankunft

Die Frau, die mir mit ihren beiden Mädchen gleich beim Aussteigen entgegenkam und die ich fragte, ob das die Haltestelle sei, fragte nur, ob ich nicht die deutsche Freundin sei auf die meine Freundin wartete. Als ich bejahte, griff sie einen der Koffer und meinte man hätte mich am anderen Ende des Dorfes gebracht, aber sie wäre gerade auf dem Weg zum Haus meiner Freundin. So liefen wir einen Kilometer quer durch das Dorf bis zum Haus meiner Freundin und freuten uns darüber, das der Zufall das Problem sogleich gelöst hatte.

Meine Freundin hatte mich gebeten meine Hängematte mitzubringen. Das Haus wurde mit jeder Stunde voller, weitere Gäste kamen an. Es gab nur eine Klimaanlage in einem kleinen Raum, so schliefen die meisten in der "Chinchorro". Die "Chinchorro" ist so etwas wie eine Hängematte, wird aber mit ca. 1cm Schlaufen wie ein Fischernetz geknüpft. Sie ist kühler als eine Hängematte, die aus einem fest gewebten Stoff besteht. Gewaschen haben wir uns draußen, das Wasser kam zwar recht regelmäßig, aber mit wenig Druck, so dass große Fässer gefüllt wurden, aus dem man das Wasser zum Abwaschen, Duschen und für die Toilette schöpfte.

Hochzeitsvorbereitungen

Am nächsten Tag sollte das Rind geschlachtet werden. Wir sind dann aber doch zu spät gekommen um noch viel davon zu sehen. Ein Schlachter und die Frau des Hauses waren beim Zerkleinern schon sehr weit gekommen. Das Rind wird an ein Gestänge gehängt, die Haus wird abgezogen, die Innereien entfernt und dann wird langsam das Fleisch abgeschnitten.

Gestänge zum Schlachten


Es wurde nebenbei gleich ein Feuer entzündet auf dem das erste Fleisch gegrillt wurde. Es ist sehr lecker und wird mit Casabe gereicht.

 

Gegrilltes Rindfleisch mit Casabe

offenes Feuer

Casabe wird aus frischer, geraspelter Yucca (Manihot esculenta) hergestellt und ist insbesondere im Osten Venezuelas verbreitet. Es hat nicht viel Eigengeschmack, aber Soßen und Suppen lassen sich gut damit aufsaugen.

Bäume in Onoto

Im Hof standen ein großer Schatten spendender Katappenbaum (Terminalia catappa), auf Spanisch "Almendrón". Die Nüsse soll man essen können.


Schattenspendender Terminalia catappa
Früchte, noch grün, des Katappenbaums

Auch ein Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus), auf Spanisch "Grosella", der gerade Früchte trug stand in der anderen Ecke. Diese Früchte schmecken etwas sauer und das Fruchtfleisch erinnert etwas an einen harten Apfel.


 


Grosella-Frucht

Kunsthandwerk

Auf dem Rückweg trafen wir einen Mann, der selbst hergestelltes Kunsthandwerk verkaufte. Nach einigem Reden hat er mir dann aber das gelbe Boot geschenkt.


Kunsthandwerk Onoto

Plaza Bolivar in Onoto 

Am nächsten Tag sind wir an der Plaza Bolivar in Onoto vorbeigekommen. Dort steht die Kirche von Onoto. Die Plaza ist mit Marmor ausgelegt und die Gartenanlage ist sehr gepflegt.

Plaza Bolivar, Onoto mit Brunnen

Statue von Simon Bolivar in Onoto

Plaza Bolivar in Onoto mit Marmorboden

Marmorboden in Onoto

Ruhebank, Plaza Bolivar, Onoto, Anzoategui

In den Grünanlagen der Plaza finden sich drei große, runde Kugeln aus Stein. Diese Kugeln wurden beim Bau eines Staudamms gefunden. Wie sie so rund werden konnten ist unbekannt. Aus ersten Forschungen leitet man ab, das sie von Menschen so geformt wurden.

Große Kugel, Onoto

Innen hat die Kirche sehr viele religiöse Statuen und einige Gemälde. Zentral am Altar steht eine Figur des St. Andrés mit einem Fischernetz. Die Wände, Decken und Säulen sind mit Holz verkleidet, die großen Türen sind auch aus Holz. Als eine der wenigen Kirchen besitzt sie noch einen klassischen Beichtstuhl.

Kirche in Onoto

In der Nähe steht das kleine Gebäude der Gemeindeverwaltung. Die wurde jedoch von protestierenden Schülern abgebrannt.
Der Ort ist sehr ruhig, die Häuser gepflegt. Jedoch gibt es nur Mototaxis, d.h. Motorräder als Taxis.
Erstaunlicherweise hat es sehr viele Familien aus Mariara nach Onoto verschlagen.

Apotheke in Onoto

Der Ort hat an die 15.000 Einwohner, die Venezolaner nennen ihn dennoch ein Dorf. Gegründet wurde Onoto 1748. Gearbeitet wird heute hauptsächlich in der Landwirtschaft und Viehzucht. Viele Einwohner arbeiten in Puerto La Cruz oder Barcelona, haben aber noch ihr Haus in Onoto. Onoto gilt als Eingangstor zu den Llanos.

Transport von Milchkannen


Sancocho

Mittags wurden einige Kilos des Fleisches vom am Vortag geschlachteten Rind für ein "Sancocho" kleingeschnitten. Das war etwas schwierig, weil es über Nacht eingefroren wurde und wir mit riesigen, aber stumpfen Messern an dem Eisblock versuchten Fleisch von Sehnen und Knorpeln zu unterscheiden und abzuschneiden. "Sancocho" wird in Südamerika überall mit unterschiedlichem Fleisch oder Fisch zubereitet. Aber immer in großen Töpfen unter freiem Himmel, meist auf Holzfeuern.

Im Frucht- und Gemüseladen wird auch mal ein Schwein verkauft

Man kauft im Ort eine "Variation an Gemüse" und bekommt Ñame (Dioscorea sp.), Kürbis (Curcubita sp.), Yucca (Manihot esculenta) und eine Art Kochbanane, die "Topochos" (Musa paradisiaca) heißen. Beim Schälen dieser kleinen, sehr festen und grünen Kochbanane bleiben die Hände schwarz und diese Flecken sind schwer zu entfernen. Zwiebeln, und Ají (kleine, aromatische, Paprika-Art), Kartoffeln wurden hinzugefügt, einige Suppenwürfel dazu. Die Suppe wurde im Freien mit Holzfeuer lange in einem großen Topf gekocht.

Sancocho

mit Limonensaft gewürzt
Bei einem dieser Suppen erzählten man sich Geschichten über Papageien, die in der Nachbarschaft leben. Es gab einige, die jeden Morgen um 6 Uhr die Nationalhymne sehr laut sangen. Sie hatten das wohl aus dem Radio gehört.
Andere Papageien antworteten in der Stimme der Hausherrin wenn Besucher am Tor riefen: "Hallo Ana!". Sie riefen: "Ich komme gleich", auch wenn niemand zu Hause war.

Hochzeit

Am Abend sind wir dann zu der Hochzeit gegangen. Sie fand in einem sehr großen, überdachten Festsaal statt. Die Seiten waren offen und eine kühle Briese wehte beständig. Es war eine zivile Hochzeit, die Standesbeamtin und der Bürgermeister waren bei der Vertragsunterzeichnung anwesend.


geschmückter Festsaal


Tisch mit den Häppchen

 
Traditionen wie Brautübergabe, Tanz der Brautleute, Anstoßen auf die Braut, Brautstrauß werfen und Strumpfhalter mit dem Mund vom Bein ziehen gab es hier auch. Die Torte wird jedoch erst am nächsten Tag angeschnitten und an die Gäste verteilt.
Im hinteren Bereich des Festgeländes war ein Grill auf gebaut auf dem das Fleisch des am Tag zuvor geschlachtete Rindes gegrillt und zerkleinert wurde. Es gab einen Tisch mit einigen Häppchen und regelmäßig wurde verschiedene kleine Gerichte an den Tisch gebracht.





Getanzt wurde sehr ausgiebig zu allen Rhythmen. Eine Gruppe mit vier Sängern spielte bis Nachts um 3 Uhr und danach stellte jemand sein Auto mit mehreren, großen, eingebauten Lautsprechern in die Nähe der Tanzfläche und es ging mit Musik aus dem Autoradio weiter. Die Gruppe war aus Onoto und eine der Sängerinnen war mit der Braut verwandt. Zusätzlich spielte zwischendurch eine Samba-Gruppe aus Onoto, die waren so gut wie ich es noch nie zuvor gehört hatte. Mit Handzeichen und Mimik sprachen sie sich während des Spielens ab.





Um 12 Uhr nachts gibt es in Venezuela die sogenannte "Hora Loca", die verrückte Stunde. Es werden Masken, Hüte, Pfeifen, Hawaiketten und Tröten verteilt und jeder darf sich eine Stunde lang so ausleben wie er möchte. Die "Hora Loca" wird auch bei Geburtstagen oder anderen Festen in Venezuela veranstaltet. Es ist aber eine relativ neue Tradition, ich kenne sie erst seit den letzten 10 Jahren.

Am nächsten Tag wurde im Haus eine leichte Suppe zubereitet um die Körper der Gäste nach ausgedehntem Tanzen und Trinken wieder zum Leben zu erwecken.

Arepas aus Mais

Wir gingen auch zwei Ecken weiter zu einer Nachbarin, die selbst hergestellte Arepas aus Mais machte. Es wird dazu der trockene Mais zunächst 1,5 Stunden in Wasser gekocht, durch den Wolf gedreht und die Masse gut durchgeknetet.


Teig und geformte Arepas aus Mais

  
Nach dem Formen der Arepas, wurden sie auf dem Grill fertig gebacken. Im Gegensatz zu dem vorgekochten und dann getrocknetem Maismehl "Harina Pan" haben diese Arepas aus Mais noch Stücke der Maisschale in der Masse. Sie waren außerordentlich weich und sehr lecker.



Arepas auf dem Grill
 
 
Sehr lecker mit Käse und "Suero", frische, etwas angesäuerte, dicke Milch.

Rückfahrt

Für die Rückfahrt hat und die Schwester meiner Freundin "Rosquillas" gemacht. Dazu wird Harina Pan mit Wasser zu einem gleichmäßigen Teig verknetet, wie er für die herkömmlichen Arepas gemacht wird. Es werden aber einig Bananen und geriebener Käse (in Venezuela gibt es viele verschiedene Sorten von Käse, die fast alle dem Feta-Käse ähnlich sind; sie sind zu 90% weiß) mit in diese Masse geknetet. Danach werden kleine Teigrollen geformt, die jeweils zu einem ovalen Ring verbunden werden. Das Ganze wird in Öl frittiert. Sehr lecker.

Am nachfolgendem Tag der Hochzeit, abends sind wir zunächst mit dem Taxi nach Zaraza gefahren und von dort mit dem Nachtbus (175BsF.) nach Maracay. Die Karten hatte jemand vormittags in Zaraza besorgt (benötigt wurde die Ausweise, Pässe). Der Bus war voll besetzt (ein Sonntag nachdem der Freitag ein Feiertag in Venezuela war; Unabhängigkeitstag) und wir hatten Glück Plätze zu bekommen. Eine sehr dicke Frau bekam nur noch einen Notsitz. Sie war so breit, dass ihre Schenkel bis auf meinen Sitz reichten, ich darunter den Griff suchen musste, um meine Lehne nach hinten zu kippe, sie fuhr aber nur bis Valle de Pascua. Die Fahrt ging von Zaraza über Tucupido, Valle de Pascua, San Juan de los Morros nach Maracay. Die Busgesellschaft hieß irgendwie "Zaraza Centro" oder so ähnlich.

In Maracay kamen wir um 3 Uhr nachts an und warteten bis um 5 Uhr um ein sicheres Taxi zu bekommen. Die Wartehalle im Terminal in Maracay ist nachts sehr sicher, man kann sie bis morgens um sechs nur von den Bussen aus betreten (der Bereich ist abgeschirmt), jedoch nicht vom restlichen Teil des Terminals. Wenn man einmal diesen Warteraum verlassen hat, kann man nicht wieder zurück. Erst ab sechs Uhr wird der Haupteingang für Abreisende geöffnet. Der Taxifahrer ließ sich aber jeden Abstecher, den wir benötigten um alle Insassen jeweils in ihrer Straße in Mariara abzuladen, extra mit 30 BsF Aufschlag bezahlen.

Einige Hinweise zur Historie von Onoto
http://coranztur.com.ve/municipios/cajigal/info.htm  [es]